Freitag, 7. Juni 2019

„Und was machst du so“ – Über das Arbeiten in einer PR-Agentur




    – von Theresa Trepesch

Wenn das Wetter als Small Talk-Thema nicht herhält, ist es die Standard-Frage auf jeder Party, beim 80. Geburtstag der Oma und sogar beim Arztbesuch: „Was machst du so?“, „Wo bist du jetzt gelandet?“, „Was machen Sie beruflich?“

„Ich arbeite in einer PR Agentur für klassische Musik“, antworte ich dann, um gleich hinterherzuschieben: „Wir unterstützen Musiker, Orchester und Festivals bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit“. Je nachdem, wie interessiert / verständnislos / fragend das Gegenüber schaut, ist Gelegenheit für weitere Ausführungen. Oft kommt die Rückfrage, ob wir für jemand „Berühmtes“ arbeiten. Jetzt schätze ich ab, wie sich mein Gesprächspartner in der Klassik-Szene auskennt – für den Onkel, der sich klassischer Musik nicht näher als zu Beethovens 9. Sinfonie nähert, sind die Namen, die ich nenne eine Enttäuschung.

„Und was macht ihr da genau? Warum buchen Künstler euch?“


Das hängt natürlich stark vom Kunden ab, allgemein aber kann man sagen: Wir sind Vermittler zwischen Künstler und Presse. So unterschiedlich die Kunden sein mögen – am wichtigsten ist, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, eine gemeinsame Vision zu entwickeln und realistische Einschätzungen zu geben.
Drei verschiedene Fälle skizziere ich kurz.

Solo-Künstler


Eine junge Geigerin bringt ihr erstes Solo-Album heraus. Einige Wochen vor der Veröffentlichung setzen wir uns zusammen, suchen die Einzigartigkeit im Programm und dem Profil der Künstlerin, sprechen mit dem Label eine Bemusterungsverteiler ab, schreiben und verschicken eine Pressemitteilung, bemustern die Journalistinnen und Journalisten, die sich nach unserer Erfahrung nach besonders für die Stilrichtung interessieren, sammeln Pressebelege, nutzen Konzerte der Geigerin für Interviews in der jeweiligen Stadt, organisieren Studiobesuche IM HÖRFUNK / FERNSEHEN etc. etc.

Festivals und Institutionen


Die Pressearbeit für Festivals sieht anders aus. Dort sind wir in Kontakt mit der Pressestelle vor Ort (wenn es eine gibt) oder der künstlerischen und organisatorischen Leitung. Ziel ist, das Festival überregional in den Medien zu platzieren, aber auch in der Region zu verankern, und Konzerte zu kommunizieren, die einen besonderen Stellenwert einnehmen oder das Festival auszeichnen. Im Idealfall haben die Institutionen ein Budget, um Journalisten einzuladen. Wie der Weg von der Organisation einer Pressereise zum Artikel in der Zeitung verläuft, erklärt meine Kollegin im nächsten Beitrag.

Orchester und Ensembles


Während für manche Projekte die Zusammenarbeit auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt ist, begleiten wir einige Ensembles und Künstler schon seit vielen Jahren. Vor Beginn jeder Saison gehen wir den Konzertkalender durch, besprechen besondere Schwerpunkte – die Premiere an einem wichtigen Ort, eine Tour, eine ausgefallenes Programm oder eine CD-Aufnahme – und kommunizieren diese an die Presse. Wir beraten die Kunden, wenn einmal wieder ein Relaunch der Homepage ansteht oder neue Fotos gemacht werden sollten. Unverzichtbar ist mittlerweile die Kommunikation über die digitalen Medien und sozialen Netzwerke, dazu ein anderes Mal mehr.

Mit dieser Abhandlung habe ich mein Gegenüber im Gespräch dann vermutlich erschlagen, im besten Fall ein Stück aufgeklärt, aber natürlich immer: „…noch Fragen?“

Montag, 3. Juni 2019

Ophelias Culture PRs neuer Blog


Wir haben schon seit längerer Zeit einen Blog, den wir damals gestartet hatten, um über Interessantes aus aktuellen Projekten zu berichten. Jetzt wollen wir mit neuer inhaltlicher Ausrichtung einen Neustart wagen:

In einer Welt, die immer digitaler wird, ist der Blog eine von vielen ungeahnten Möglichkeiten. Es gibt in der heutigen Medienlandschaft verschiedenste Kommunikationswege zwischen Künstler und Öffentlichkeit. Deshalb haben sich die Bedingungen für PR-Arbeit verändert und stellen uns vor neue Herausforderungen.

Mit der inhaltlichen Neuausrichtung wollen wir diese noch besser nutzen, um Themen und Fragen aufzugreifen, die uns sowie unser Klientel beschäftigen. Auch möchten wir Tipps geben, Einblicke in unsere Arbeit gewähren und immer wieder weiterführende Infos zu unseren wichtigen Projekten loswerden.

Wir freuen uns auf den Neuanfang unseres Blogs und auf einen – hoffentlich – regen Meinungsaustausch.